II. Übersicht über die Konfessionszugehörigkeit der Evangelikalen

Erläuterung: Die Pfingst-Evangelikalen, zu denen Charismatiker und Pfingstler zu rechnen sind, gehören der EKD und den Freikirchen an. Etwa 50.000 Charismatiker (darunter 400 Pfarrer) sind Mitglieder der EKD, einige wenige Tausend gehören zur VEF. Die ca. 80.000 Pfingstler sind alle im freikirchlichen Raum zu Hause.

Die Allianz-Evangelikalen kommen in erster Linie aus der VEF und anderen Freikirchen (ohne Pfingstler ca. 200.000) und dem Gnadauer Verband (300.000). Außerhalb des Gnadauer Verbandes zählen sich nur wenige Mitglieder der EKD zu den Allianz-Evangelikalen.

Die Bekenntnis-Evangelikalen gehören fast ausschließlich der EKD und dem im Raum der EKD wirkenden Gnadauer Verband an. Nur ganz wenige Freikirchler zählen sich zu ihnen. Die Zahl der Bekenntnis-Evangelikalen läßt sich nur schwer schätzen - ohne den Gnadauer Verband 200-500.000 -, so daß von einer Gesamtzahl aller Evangelikalen der ersten drei Strömungen von ca. 1 Million ausgegangen werden kann.

Dazu kommen die etwa 300.000 unabhängigen Evangelikalen, die vor allem in baptistisch-mennonitischen Umsiedlergemeinden angetroffen werden, so daß insgesamt etwa 1,3 Millionen Evangelikale in Deutschland leben. Die Umsiedler pflegen nur vereinzelt Kontakte zu hiesigen Evangelikalen.

Die Verbindungen und Überschneidungen der ersten drei evangelikalen Strömungen untereinander sind unterschiedlich. Während es zahlreiche und enge Verknüpfungen zwischen Allianz- und Bekenntnis-Evangelikalen gibt, bestehen nur wenige Verbindungen zwischen Allianz- und Pfingst-Evangelikalen und noch weniger zwischen Bekenntnis- und Pfingst-Evangelikalen. Die relativ isolierte Stellung der Pfingstler innerhalb der deutschen EB und des gesamten Protestantismus in Deutschland ist eine Folge der Spannungen aus der Anfangszeit unseres Jahrhunderts.